Armut - Definitionen

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Absolute Armut beginnt, wo das physische Existenzminimum nicht mehr gesichert ist.

Relative Armut wird hingegen in Bezug auf das Wohlstandsgefälle einer Gesellschaft definiert.1



Fast 20% der argentinischen Bevölkerung leben 1994 in extremer Armut2, nach Angaben und Definition des „Instituto Nacional de Estadistica y Censos (INDEC)“3.

Faktoren zur Bestimmung von Armut sind für den ehemaligen argentinischen Wirtschaftsminister Cavallo im Jahr 1992 4:

mehr als 3 Personen leben in einem Raum“,

der Besitz eines Klosetts“

Kinder im Schulalter (zwischen 6 und 12 Jahren) gehen nicht in die Schule“5.

Die Wohnsituation, Bildung und wirtschaftliche Lage werden in einer Veröffentlichung der Universität Sta. Fe aus dem Jahr 1989 über die Provinz Sta. Fe folgendermaßen mit der Armut in Beziehung gesetzt:



"unbefriedigte Grundbedürfnisse, bezogen auf die Behausung:

- mehr als drei Personen pro Zimmer

- eine Wohnung von unangemessenem Typ (Zimmer mit Mietzins, prekäre Wohnung oder "anderer Typ", ausschließlich Haus, Appartement oder Lehmhütte6)

- keine Art Klosett vorhanden

- ein Kind im schulpflichtigen Alter, das nicht die Schule besucht

- wo vier oder mehr Personen im Haushalt auf ein beschäftigtes Mitglied kommen (was einer wirtschaftlichen Abhängigkeitsrate gleichkommt von drei inaktiven auf ein beschäftigtes Mitglied), und deren Familienvorstand einen geringen Ausbildungsstand hat (der nie eine Bildungseinrichtung besuchte oder maximal bis zur zweiten Grundschulklasse)"7



1973 definiert der damalige Weltbankpräsident Robert Mc Namara die absolute Armut wie folgt:

Absolute Armut ... ist durch einen Zustand entwürdigender Lebensbedingungen wie Krankheit, Analphabetentum, Unterernährung und Verwahrlosung charakterisiert, daß die Opfer dieser Armut nicht einmal die grundlegendsten menschlichen Existenzbedürfnisse befriedigen können... .“8






Zuletzt geändert: 24.05.2004, 22:20:04

1Stiftung Entwicklung und Frieden (Hrsg.): „Globale Trends“, Düsseldorf 1991 S.397

2Tageszeitung „Clarin“, Buenos Aires/Argentinien vom 16.04.94

3„Nationalinstiut für Statistik und Erhebungen“, Argentinien

4Veröffentlicht 1992 vom damaligen Wirtschaftsminister Cavallo in Form einer „Armutskarte“ zur Verteidigung seines Wirtschaftsplanes

5Tageszeitung „Clarin“, Buenos Aires/Argentinien vom 06.05.94

6vgl Def. von „INDEC“, die die Art der Behausung hinzufügt: „prekäre Unterkunft, d.h. Zimmer mit Mietzins, Herberge“. Entnommen einem Artikel der Tageszeitung „Clarin“ Buenos Aires/Argentinien vom 16.04.94.

7Definition von Carlos Alberto Candioti in: "Santa Fe del Norte, Santa Fe del Sur. La desigualidad social", S. 40f, 1989, Hg. Universidad Nacional de Litoral

8Mc Namara, Robert zit. in Nuscheler, Franz: „Lern- und Lehrbuch Entwicklungspolitik“, Verlag Neue Gesellschaft; Bonn 1985 S.25 und vgl. Andersen, Uwe „Informationen zur politischen Bildung“ Nr. 221, Bonn 1991 S.11