Fläche und Bevölkerung - Einwanderung und Ureinwohner

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    Besiedlung



Argentinien ist „fast ausschließlich von aus Europa stammenden Einwohnern bewohnt, da der überwiegende Teil der Ureinwohner im 19. Jahrhundert in Kriegen, die durchaus Völkermorde darstellten, ausgerottet wurden.“1



Die Bevölkerung besteht deswegen aus über 90 % Weißen, von denen die meisten italienischer oder spanischer Abstammung sind. 5 % sind Mestizen und zu den restlichen 5 % zählen die Ureinwohner, über deren Zahl es verschiedene Aussagen gibt: Die Angaben reichen von 40.0002 bis zu 160.0003 Ureinwohnern, abhängig von der Quelle.

Nach einer offiziellen Schätzung von 1993 hat Argentinien 33,778 Millionen Einwohner auf 2.766.889 km² (achtfache Größe der Bundesrepublik, in der ca. 80 Mio. Menschen leben). Das entspricht 11,9 Einwohnern/km² (1992)4. In der Bundesrepublik leben zum Vergleich 225 Menschen/km² (1992).

Durch die große Nordausdehnung gehört der Norden Argentiniens fast zur Tropenzone, während der Süden bereits subarktische Züge aufweist.“5

Argentinien läßt sich in drei „Großlandschaftszonen“ einteilen: das Tiefland und der Gran Chaco, die Hochflächen von Patagonien, sowie das Gebiet des Monte und der Anden.

Für das Binnenland sind hohe Temparaturschwankungen typisch.“6



Von der gesamten Bevölkerung Argentiniens lebt (1991) „knapp die Hälfte der argentinischen Bevölkerung“7 in der „Provinz Buenos Aires“ (ohne die Stadt Buenos Aires). Hinzu kommen noch knapp 3 Mio. Bewohner der Stadt Buenos Aires, in der 14.610 Einwohner/km² leben. Damit wir das große Stadt-Land Gefälle in Argentinien deutlich und so kommt es, daß auf dem Land nur relativ wenige Menschen wohnen:

Argentinien hat ein jährliches Bevölkerungswachstum von 1,3 % 8 (Zum Vergleich Deutschland: ca. 0,4 %9)

Nach einer Berechnung der Vereinten Nationen10 lebten im Jahr 1985 84,6 % der argentinischen Bevölkerung in der Stadt. Im Jahr 2000 werden nach dieser Prognose 88,8 % der Bewohner Argentiniens in der Stadt wohnen.11



Ureinwohner



Nach Angaben der argentinischen Hilfsorganisation INCUPO gibt es im heutigen Argentinien (1994) noch folgende Eingeborenenstämme:

  • Mocovie (ca. 7300 Personen)

  • Toba (ca. 60000 Personen, die überwiegend in der Provinz. Chaco, in Formosa, im Norden von Sta. Fe und in Salta leben. Die Ausdehnung geht bis nach Paraguay.)

  • Wichi (ca. 80000 Personen)

  • Kolla (ca. 170000 Personen, die in den Provinzen Jujuy und Salta leben)

  • Mapuche (ca. 90000 Personen, die in ganz Argentinien leben)

  • Chriguanos-Chané (ca. 21000 Chiriguanos und ca. 1400 Chanés, die in Salta und Jujuy leben, sowie in Bolivien und Paraguay)12



Nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland sowie nach dem zweiten Weltkrieg spielte Argentinien nach der ersten Einwanderungswelle im 18. Jahrhundert als Einwanderungsland erneut eine bedeutende Rolle für Europa. Während des 3.Reiches flüchteten 13.000 bis 45.000 13deutsche Juden nach Argentinien. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges nahm Argentinien Nazis aus Deutschland auf, wie Adolf Eichmann, Josef Mengele oder Erich Priebke.


Zuletzt geändert: 24.05.2004, 22:54:05

1Zitat aus einem Reiseführer

2vgl. Munzinger-Archiv „Internationales Handbuch-Länder aktuell“ 26/95 Ravensburg 1995

3vgl. INCUPO (Hrsg.) „Argentina Indigena“ Reconquista/Argentinien 1992

4vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Länderbericht Argentinien 1992“ Wiesbaden 1992

5Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Länderbericht Argentinien 1992“ Wiesbaden 1992 S.21

6Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Länderbericht Argentinien 1992“ Wiesbaden 1992 S.21

7Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Länderbericht Argentinien 1992“ Wiesbaden 1992 S.26

8vgl. Munzinger-Archiv „Internationales Handbuch-Länder aktuell“ 26/95 Ravensburg 1995

9vgl. Harenberg (Hrsg.):“Harenberg Länderlexikon ‘94/95“

10von 1988

11vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Hrsg.): „Entwicklungspolitik Materialien Nr.86 - Umweltgerechte Stadtentwicklung“ Bonn, 1993 S.80

12Weiter gibt es noch Pilaga, Mbya-Guarani, chulupies, chorotes, Diagurita-Calchaqui, Tehuelches, Aóniken, Gününa Kune.

13vgl. Moneke, Kirsten: „Die Emigration der deutschen Juden nach Argentinein (1933-1945): zur Rolle der jüdischen Hilfsvereine“Uni Münster/St. Ingbert 1993